uh… sehr gut ausgeleuchtet (um in der Sprache zu bleiben) die soziologische Komponente hatte ich tatsächlich noch überhaupt nicht bedacht. Danke, Sascha. Für diesen kritischen aufrechten Blick. Ich habe wirklich was dazu gelernt und auch noch Worte bekommen für mein gelegentliches Magengrummeln bei der Thematik!
danke dir – das freut mich sehr zu lesen. Genau für solche Momente schreibe ich: wenn ein diffuses Magengrummeln Worte findet und dadurch denkbar wird.
Dein Text hat auch mir geholfen, ein schamhaftes Gefühl in Worte zu fassen, das ich früher selbst beim Fotografieren gespürt habe. Gleichzeitig musste ich an etwas denken, das mich damals an Streetfotografie tief fasziniert hat: diese kurzen Momente, in denen Menschen etwas von sich zeigen, ohne es zu beabsichtigen. Nicht Pose, sondern ein Aufflackern von Wirklichkeit.
Vielleicht liegt genau dort auch die Schwierigkeit. Denn zwischen „bezeugen“ und „aneignen“ scheint es nur einen schmalen Grat zu geben. Ich hatte beim Lesen stellenweise das Gefühl, dass dein Blick sehr stark auf die problematischen Machtaspekte fällt — oft zurecht —, mir aber etwas von der Tragik und Schönheit dieses menschlichen Impulses verloren geht: dass jemand versucht, einen Moment festzuhalten, in dem Bewusstsein für einen Augenblick hell wird.
Danke für den Hinweis. Du hast recht damit, dass mein Text die Machtaspekte stark in den Vordergrund rückt — und ich glaube auch, dass das berechtigt ist. Mir ging es darum, einen blinden Fleck zu markieren, der in der Streetfotografie oft mit ästhetischen Begriffen überdeckt wird.
Das „Aufflackern”, das du beschreibst, kenne ich. Es ist real, und es ist der Grund, warum ich selbst weiter fotografiere. Aber ich misstraue der Bewegung, die daraus eine Rechtfertigung macht. Die Schönheit des Moments und die Asymmetrie der Situation sind beide gleichzeitig wahr, und das eine löst das andere nicht auf. Wenn ich die Tragik dieses Impulses zu stark in den Vordergrund rücke, läuft der Text Gefahr, genau das zu tun, was ich kritisiere: das eigene Tun zu veredeln.
Vielleicht ist es eher so: Ich wollte den Text bewusst auf der unbequemen Seite halten. Dass dabei etwas verloren geht, nehme ich in Kauf — aber ich höre, was du sagst.
uh… sehr gut ausgeleuchtet (um in der Sprache zu bleiben) die soziologische Komponente hatte ich tatsächlich noch überhaupt nicht bedacht. Danke, Sascha. Für diesen kritischen aufrechten Blick. Ich habe wirklich was dazu gelernt und auch noch Worte bekommen für mein gelegentliches Magengrummeln bei der Thematik!
danke dir – das freut mich sehr zu lesen. Genau für solche Momente schreibe ich: wenn ein diffuses Magengrummeln Worte findet und dadurch denkbar wird.
Dein Text hat auch mir geholfen, ein schamhaftes Gefühl in Worte zu fassen, das ich früher selbst beim Fotografieren gespürt habe. Gleichzeitig musste ich an etwas denken, das mich damals an Streetfotografie tief fasziniert hat: diese kurzen Momente, in denen Menschen etwas von sich zeigen, ohne es zu beabsichtigen. Nicht Pose, sondern ein Aufflackern von Wirklichkeit.
Vielleicht liegt genau dort auch die Schwierigkeit. Denn zwischen „bezeugen“ und „aneignen“ scheint es nur einen schmalen Grat zu geben. Ich hatte beim Lesen stellenweise das Gefühl, dass dein Blick sehr stark auf die problematischen Machtaspekte fällt — oft zurecht —, mir aber etwas von der Tragik und Schönheit dieses menschlichen Impulses verloren geht: dass jemand versucht, einen Moment festzuhalten, in dem Bewusstsein für einen Augenblick hell wird.
Danke für den Hinweis. Du hast recht damit, dass mein Text die Machtaspekte stark in den Vordergrund rückt — und ich glaube auch, dass das berechtigt ist. Mir ging es darum, einen blinden Fleck zu markieren, der in der Streetfotografie oft mit ästhetischen Begriffen überdeckt wird.
Das „Aufflackern”, das du beschreibst, kenne ich. Es ist real, und es ist der Grund, warum ich selbst weiter fotografiere. Aber ich misstraue der Bewegung, die daraus eine Rechtfertigung macht. Die Schönheit des Moments und die Asymmetrie der Situation sind beide gleichzeitig wahr, und das eine löst das andere nicht auf. Wenn ich die Tragik dieses Impulses zu stark in den Vordergrund rücke, läuft der Text Gefahr, genau das zu tun, was ich kritisiere: das eigene Tun zu veredeln.
Vielleicht ist es eher so: Ich wollte den Text bewusst auf der unbequemen Seite halten. Dass dabei etwas verloren geht, nehme ich in Kauf — aber ich höre, was du sagst.